Design: Warum es nicht immer Profis braucht

Eine von Hand gezeichnete Glühbirne und verschiedene Utensilien zum Zeichnen

Agentur, Online-Plattform oder selber machen: Verschiedene Wege führen zu neuen Designs. Im Blog-Beitrag klären wir ihre Vor- und Nachteile. © Brian A Jackson / Shutterstock.com

Logo-, Web- und Print-Design – Computer sei dank, kann jeder mit ein paar Klicks sein eigenes Design erstellen und spart sich teure Spezialisten. Wer selbst über kein Talent verfügt, kann sich auf Plattformen wie designenlassen.de, 99designs.de oder fiverr.com für kleines Geld sein individuelles Design gestalten lassen. Schön blöd, wer da noch Spezialisten beauftragt, oder?

Welche Design-Lösung für welchen Bedarf

Gerade kleinere und mittlere Unternehmen mit geringeren Budgets stellen sich oft die Frage, ob hausgemachte oder günstige Lösungen, die über Online-Plattform eingekauft werden, nicht ausreichen. Die Antwort darauf ist wie so oft: Das kommt darauf an.

Design ist – wie andere Marketing-Entscheidungen auch – in erster Linie eine Investitionsentscheidung. Selber machen, günstig online designen lassen oder „teure“ Spezialisten beauftragen ist also keine Frage der persönlichen Überzeugung. Aus unternehmerischer Sicht stellt sich vielmehr die Frage, was man investieren muss, um das angestrebte Ergebnis zu erreichen.

Die günstigste Variante: Design selbst erstellen

Die Qualität ist dabei keineswegs eindimensional. „Je teurer, desto besser“ gilt dementsprechend auch nur sehr eingeschränkt. Wer über gestalterisches Geschick, Kreativität und die entsprechende Software verfügt, kann Designs ohne Probleme selbst entwickeln.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Günstiger geht’s kaum (sofern man die eigene Arbeitszeit nicht oder nur mit geringen Kosten ansetzt). Außerdem entfallen die Meinungsverschiedenheiten mit dem Designer, was gefällt und was nicht.

Das selbst entworfene Design hat allerdings auch Nachteile: Häufig besteht Unsicherheit, ob das Design auch den Geschmack der Zielgruppe trifft. Design-Laien tun außerdem oft schwer, wenn es um die „handwerkliche“ Selbstverständlichkeit geht, z.B. die Eignung für unterschiedliche Ausgabe-Medien (Druck, Bildschirm) oder den professionellen Einsatz von Farben, Formen und Schriften. Hier kann Unterstützung durch einen Bekannten mit Design-Kenntnissen äußerst hilfreich sein.

Da die Nachteile des Do it yourself-Designs umso schwerer wiegen, je professioneller ein Unternehmen sich entwickelt, eignet sich diese Variante eher für Start-Ups und/oder kleine Unternehmen, für die Design eine untergeordnete strategische Rolle spielt.

Die digitale Lösung: Design auf Online-Plattformen beauftragen

Mittlerweile versprechen eine ganze Reihe von Online-Plattformen maßgeschneidertes Designs zu günstigen Preisen. Und das für eine Vielzahl von Anwendungen wie Logo-, Web- und Corporate-Design. Auch hier liegen die Vorteile auf der Hand: relativ geringe Kosten (s. Aufstellung am Ende dieses Artikels), meist solide handwerkliche Qualität und häufig eine große Bandbreite von Vorschlägen, ohne dass Mehrkosten entstehen.

Doch auch die günstige Profi-Variante hat Nachteile. Zwar kann man mit einem guten Briefing und etwas Glück sehr gute Ergebnisse erzielen, eine Beratung findet aber kaum statt. Der Auftraggeber muss sich bei dieser Variante also auf seine Intuition verlassen und hat keinen Sparringspartner, mit dem er sich austauschen kann. Außerdem kann man Pech haben und es findet sich trotz einer Vielzahl von Vorschlägen nicht die passende Lösung. Insofern eignet sich dieser Weg hauptsächlich für Unternehmen, die bereits über einige Erfahrung in der Beurteilung von Designs verfügen und für Projekte, die nicht zeitkritisch und/oder von strategischer Bedeutung für das Unternehmen sind.

Der klassische Weg: Dienstleister beauftragen

Wer auf Beratung nicht verzichten will, kommt aktuell kaum daran vorbei, einen Grafikdesigner oder eine Agentur zu beauftragen. Vorausgesetzt, man findet den passenden Dienstleister, lohnt sich dieser Weg vor allem wegen des persönlichen Austauschs. Auftraggeber und Designer können im Zusammenspiel die optimale Lösung erarbeiten. Der Designer bringt seine Fachkompetenz und Erfahrung ein und stellt so die Qualität sicher. Der Auftraggeber wiederum steuert seine Markt- und Zielgruppenkenntnis bei und sichert so, dass die erarbeitete Lösung perfekt zum jeweiligen Umfeld passt.

Allerdings ist dieser Prozess relativ aufwendig und entsprechend kostenintensiv. So muss für beispielsweise für eine Logo-Entwicklung in der Regel mit einem mindestens vierstelligen Betrag gerechnet werden. Nach oben sind derweil keine Grenzen gesetzt. Außerdem muss sich der Auftraggeber bei dieser Variante selbst um die rechtlichen Aspekte des Auftrags kümmern.

Tipp: Auf jeden Fall im Vorfeld klären, ob das entwickelte Design durch den Auftraggeber uneingeschränkt genutzt und die kreative Leistung zu einem späteren Zeitpunkt durch andere Designer weiterentwickelt werden darf. Nach unserer Auffassung liegt es im Interesse beider Seiten, wenn ein fairer Preis vereinbart wird (vgl. z. B. Rotstift oder Budgetkalkulator), mit dem alle Nutzungsrechte abgegolten sind.

Auswahl von Online-Design-Plattformen:

Designenlassen – große Bandbreite (Logo-, Web-, Print-Design, Packaging), dazu Spezialdisziplinen wie Namens- oder Slogan-Entwicklung und Logo-Shop mit vorgefertigten Logos, moderate Preise (Logo-Entwicklung ab 199 Euro, Corporate-Design ab 399 Euro)

99designs.de – große Bandbreite (Logos, Corporate Design, Verpackungen, T-Shirts, Auto), moderate Preise ab 279 Euro (Logo-Design).

fiverr.com – sehr große Bandbreite (Standards plus Social Media, Banner, Covers etc.), sehr günstige Preise (ab wenigen Dollar), im Gegensatz zu den beiden o. g. Plattformen wird standardmäßig nur ein Designer beauftragt. Nachteil: Nur in englischer Sprache.

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