SEO: Überblick, Tipps und Tricks (Teil 2)

Beitragsbild zu Teil 2 des Artikels zum Überblick über die SEO

Teil zwei des Überblicks zum Thema SEO handelt von Off-Page- und Mobile-SEO, Crawlability und Usability. © frankie’s / Shutterstock.com

Gerade kleinen und mittleren Unternehmen bietet das Internet tolle Möglichkeiten, den eigenen Inhalte größere Reichweite zu verschaffen. Vorraussetzung dafür: Der Content muss gefunden werden – insbesondere in den Suchmaschinen. Das Mittel, um das zu erreichen, ist die Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO. Nachdem ich mich im ersten Teil meines Überblicks über die Suchmaschinenoptimierung mit den technischen Aspekten sowie dem Content auseinandergesetzt habe, gehe ich in Teil zwei auf die Bereiche Off-Page- und Mobile-SEO, Crawlability und Usability ein.

3. SEO Bereich: Off-Page-SEO

Wie der Name bereits sagt, findet die Off-Page-Suchmaschinenoptimierung außerhalb der eigenen Webseite statt. Der Begriff meint insbesondere die Aktivitäten, die dazu führen sollen, dass fremde Webseiten Links (Backlinks) zu eigenen Seiten integrieren. Dies erreicht man beispielweise durch den Aufbau von Linkpartnerschaften. Wichtig dabei ist allerdings das Renommee der Seite, die auf die eigenen Inhalte verlinkt. Je prominenter die Seite, desto besser fürs Ranking deiner Seite.

Aber Achtung: Google arbeitet schon geraumer Zeit an Alternativen zum Faktor Link-Building. Viele Experten sehen eine davon in den sogenannten „Social Signals“. Mit steigender Bedeutung der Sozialen Netzwerke interessieren sich Suchmaschinen zunehmend dafür, wie oft eine Webseite dort genannt, verlinkt, geliked oder kommentiert wird. Je häufiger das der Fall ist, desto besser ist das – so die Vermutung – für das Ranking der Webseite.

Ein Beweis für diesen kausalen Zusammenhang steht allerdings noch aus, denn dass eine Seite mit vielen Social Signals gut rankt, könnte auch mit anderen Gründen zusammenhängen – z.B. mit gutem und aktuellem Content, der anschließend viel Beachtung in den Sozialen Netzwerken findet. Als Indiz dafür, dass Social Signals für Suchmaschinen tatsächlich an Relevanz gewinnen, kann aber das Google-Statement im Rahmen der Veröffentlichung seines Core-Updates im Mai 2015 gewertet werden. Ohne weiter ins Details zu gehen, sprach das Unternehmen damals von einer optimierten Analyse von „quality signs“. Bereits zuvor wies Google-Koryphäe Matt Cutts darauf hin, dass der Suchmaschinenanbieter Social Signals auf dem Schirm hat.

Tipp: Nutze Seorch.de, um die OffPage-Daten deiner Seite zu überprüfen. Neben Link- und Domainpopularität zeigt dir das Gratis-Tool auch die Anzahl deiner Social Signals bei Facebook und Google+.

4. SEO Bereich: Mobile-Suchmaschinenoptimierung

Mit dem Siegeszug mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablett-PCs vergrößerte sich auch das Interesse von Google und Co. an den sogenannten „mobile-friendly“ Websites. Grund dafür ist nicht nur die zunehmende Nutzung mobilen Internets, sondern auch die des Smartphones oder Tablets als Second Screen, also die Nutzung des Geräts für weiterführende Informationen, Dialog oder Angebote während man TV schaut. Offiziell bestätigte Google, dass die mobiloptimierte Darstellung einer Webseite seit April 2015 zu den Rankingfaktoren zählt.

Bei mobilen Webseiten sind grundsätzlich zwei Varianten zu unterscheiden:

  • Separate „mobile Webseiten“: Diese Form des mobilen Internetauftritts läuft parallel und getrennt vom eigentlichen Webauftritt. Vorteil ist, dass solche mobile Seiten separat zur eigentlichen Webseite entwickelt und optimal an die mobile Nutzung angepasst werden können. Der Nachteil besteht darin, dass die Pflege mehr Aufwand bedeutet, da zwei Plattformen mit Inhalt gefüllt werden müssen.
  • Webseiten mit „Responsive Design“: Responsive Websites sorgen dafür, dass sich die Darstellung der Webseiteninhalte an das genutzte Tablett oder Smartphone anpasst. Die Menüs der Seite werden meist verkleinert. Je nach dem, ob man das mobile Device aufrecht oder quer hält, wird die Seite beispielsweise ein- oder zweispaltig angezeigt. Bei Bildern wird die Auflösung häufig nach unten skaliert, damit sie schneller laden.

Tipp: Wegen des geringeren Pflegeaufwands raten wir unseren Kunden in der Regel zur zweiten Variante – einer Webseite mit Responsive Design.

5. SEO Bereich: Crawlability

Um den Robotern und Crawlern von Google die Arbeit zu erleichtern und dadurch besser zu ranken, müssen die Suchprogramme auf Ihrer Seite die richtige Infrastruktur vorfinden. Verantwortlich sind dafür die folgenden Aspekte.

5.1 HTTP Status Codes

Ruft ein User über seinen Browser eine Seite auf, sendet der Browser eine Anfrage an den Server. Der empfangende Webserver antwortet daraufhin mit einem sogenannten Status Code. Mit Blick auf die Suchmaschinenoptimierung sind folgende Codes am wichtigsten:

  • 200 OK: Die angefragte Seite wird korrekt aufgerufen und vom Suchmaschinenindex erfasst.
  • 301 permanent redirect: Bringt man eine neue Seite an den Start, die einen Vorgänger ablöst, muss dies der Suchmaschine kommuniziert werden – per 301 Weiterleitung. Der PageRank der Seite bleibt dabei erhalten.
  • 404 error: Der Versuch eine URL aufzurufen, endet erfolglos. Die Seite wird nicht gefunden
  • 503 maintenance: Die URL ist vorrübergehend nicht erreichbar und wird nicht indexiert. Gerade bei der Wartung der Seite sollte dieser Code eingestellt werden

Hilfreiche Tipps zum Thema HTTP Status Codes liefert OnPage.org im Video:

5.2 Robots Datei

Die Textdatei Robots.txt wird im Hauptverzeichnis einer Domain abgelegt. Ihre Aufgabe ist es, die die Suchmaschine darüber zu informieren, welche Seiten des Internetauftritts nicht von den Crawlern und Robots der Suchmaschine gelesen werden sollen. So sperrt man beispielsweise Druckseiten, damit es nicht zu Duplicate Content kommt. Die Robots.txt verhindert allerdings nicht die Indexierung betreffender Seiten. Dies muss durch den Meta-Tag „robots“ auf den betreffenden Seiten geschehen.

5.3 XML-Sitemaps

Ein weiterer Weg, um Suchmaschinen dabei zu helfen, deine Seite zu durchdringen, sind Sitemaps. Der einfachste Weg eine Sitemap anzulegen, besteht in einer XML-Datei. Diese sollte folgende Parameter umfassen:

  • URLs für jede Seite
  • Bedeutung der jeweiligen URL im Vergleich zu einander
  • Datum der letzten Aktualisierung
  • Häufigkeit der Aktualisierung

Zwar bedeutet die Angabe der Seitenstruktur noch keine Garantie für die Listung aller Seiten, doch hilft sie den Web-Crawlern bei deren intelligenten Durchsuchung und Indexierung der Seite. Die gängigen Sitemaps Formate werden von Google und Microsoft (Bing) unterstützt.

Tipp: Nutze Sitemap-Generatoren. Seiten wie xml-sitemaps.com nehmen dir die Arbeit ab.

6. SEO-Bereich: Usability

Zum SEO-Bereich der Usability zählt – wie der Name schon sagt – alles, was die Benutzung der Seite erleichtert. So solltest du dich fragen, ob die Nutzung deiner Website intuitiv ist. Wie viele Ebenen muss der Nutzer durchsuchen bis er sein individuelles Ziel erreicht. Damit ist die Anzahl der Unterverzeichnisse schon ein SEO-Kriterium, das es zu beachten gilt. Maxime hier: Je weniger desto besser.

Ein weiterer SEO-Aspekt der Usability betrifft die Barrierefreiheit. Wie auch in der Architektur sollte man auf die Nutzbarkeit für Behinderte achten. Google tut das. Ein Beispiel: Die bereits angesprochenen Alt-Tags bei Bildern. Im Gegensatz zu Text, kann mich sich Bilder nicht vorlesen lassen. Für Behinderte – zum Beispiel Blinde – ist es deshalb entscheidend, dass man ihnen beschreibt, was auf den Bildern zu sehen ist.

Zum Bereich der SEO-Usability gehört aber auch schlicht die Verständlichkeit der Inhalte. Ob Überschriften, Texte oder Seitentitel – alles sollte dem Leser verständlich angeboten werden. Auch der logische Aufbau von Texten und lesbare URLs zahlen auf das Usability-Konto ein.

Tipp: Mehr zum Thema „Suchmaschinenoptimierter Content“ kannst du in Teil 1 des Überblicks nachlesen.

Fazit

Erfolgreiche SEO ist Facettenreich: Seitenbetreiber müssen nicht nur die technischen Aspekte im Auge behalten, sondern auch den Content. Für ideale Ergebnisse braucht es von daher einerseits Mitarbeiter, die sich mit Programmierung, Seitenspeed, etc. auskennen und andererseits redaktionell starke Kräfte aus dem Marketing und/oder der Kommunikation.

Da Google viele seiner SEO-Kriterien außerdem relativ häufig anpasst und viele Faktoren im Dunkel liegen, müssen sich SEO-Spezialisten ständig auf dem Laufenden halten. Was gestern und heute noch Wahrheit ist, kann nämlich morgen schon wieder überholt sein.

Deshalb meine letzten Tipps: Folge den wichtigsten Seiten (siehe unten), um beim Thema SEO immer up-to-date zu sein…und: Denke immer an den User – bei allem was du machst!

Hilfreiche Seiten / Blogs zum Thema SEO

OnPage – in ihrem Wiki liefern die Jungs und Mädels von OnPage Infos zu allen SEO-Bereichen: https://de.onpage.org/wiki/Hauptseite

Sistrix – der Anbieter eines SEO-Analyse-Tools bietet auf seiner Webseite auch eine Wissensdatenbank zum Thema:
https://www.sistrix.de/frag-sistrix/

Blog von Matt Cuts – der ehemalige Google-Mitarbeiter ist SEO-Profi und ein Trendradar beim Thema SEO:
https://www.mattcutts.com/blog/

Google – im Blog vom Suchmaschinenhersteller gibt’s SEO-News aus erster Hand:
http://googlewebmastercentral-de.blogspot.de

SEO-United – im Blog und auf der News-Seite liefern Constantin Rehberg und Heiner Hemken fast täglich neue SEO-Infos:
http://www.seo-united.de/blog/

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